Kirchenburg Walldorf

Die Walldorfer Kirchenburg

Die Burgkirche von Walldorf, der größten Pfarrgemeinde an der Mündung der Herpf in die Werra, galt bis zu dem vorheerenden Brand am 3. April 2012 als die wohl besterhaltenste Kirchenburg im Werratal. Man hat sich die Aufgabe gestellt, dieses Kleinod in den kommenden Jahren wieder zu einer „besonderen“ Kirchenburganlage aufzubauen.kirchenburg-walldorf-01

Unter Karl dem Großen wurde die Walldorfer Kirche als kaiserliches Eigengut  mit befestigtem Wirtschaftshof (curtis) erbaut. Sie diente in jener Zeit schon den Franken als Stützpunkt für die vorbeiziehenden Heer- und Handelsleute.

Im 15. Jahrhundert wurde der Bergfried neben dem Burgtor mit dem neu errichteten Kirchenhaus verbunden und diente dann als Fluchtburg für die bäuerliche hiesige Bevölkerung. Anno 1587 wurde die Kirche erneuert; nach Abzug der Kroaten Isolanis im Jahr 1634 fand man sie bis auf das Mauerwerk zerstört vor. Eine Neuerrichtung konnte von 1648 bis 1651 erfolgen.

Die Kirche ist in einer Art Kastelkirchenburg-walldorf-02l mit 4 Ecktürmen und einem Mittelturm angelegt. Es bildet ein Rechteck von zwei Längsseiten mit etwa 150 m Länge und 2 Schmalseiten mit etwa 65 m Breite. Umgeben ist das Ganze von einer Ringmauer, mit Höhen zwischen 4 und 8 m an 4 Ecken und in der Mitte der östlichen Längsseite mit Rundtürmen – die innen offen sind und einen Durchmesser von 3,5 bis 4 m haben. Die Rundtürme waren mit Lichtschlitzen und Schießscharten erbaut worden, um den Feind schon von Ferne zu sehen und für ihn nicht gleich als Zielscheibe zu dienen. Die Mauer im Inneren war an einigen Stellen mit kleinen Häusern bebaut. Der Boden des Geländes ist vollständig unterkellert. Hier wurden die Vorräte gelagert, um bei Gefahr der Bevölkerung einen sicheren Schutz und Auskommen zu gewährleisten. http://www.kirchenburg-walldorf.de/